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Online-Terminbuchung für die Arztpraxis: Patienten buchen direkt auf Ihrer Website

Eigene Buchungsstrecke statt Doctolib: Patienten buchen ohne Portal direkt bei Ihnen, mit voller Datenhoheit.

Benjemin Braun 17 Min 07.05.2026

Wenn Ihre Praxis morgens zwischen acht und zehn Uhr im Telefondauerton versinkt und Ihre MFA während der Patientenversorgung nicht mehr ans Gerät kommt, dann sitzen Sie an genau dem Punkt, an dem die meisten Praxisinhaber zum ersten Mal über Online-Terminbuchung nachdenken. Doctolib drängt sich da auf, weil es laut ist und überall sichtbar. Aber es ist nicht die einzige Antwort, und seit der Datenschutzänderung im Februar 2025 wird sie zunehmend zur unbequemen Wahl. Dieser Beitrag zeigt Ihnen, wie eine eigene Termin-Anfrage-Strecke auf Ihrer Praxis-Website funktioniert, was sie kann, wo sie an Grenzen stößt und warum sie für viele Praxen die ehrlichere Wahl ist.

Warum Online-Terminbuchung in der Arztpraxis kein Nice-to-Have mehr ist

Die Ärztekammer Nordrhein hat 2024 im Rheinischen Ärzteblatt eine viel zitierte Umfrage veröffentlicht: 36 Prozent der Patienten nutzen Online-Terminbuchung aktiv, 22 Prozent davon direkt über die Homepage ihrer Praxis. Noch wichtiger für Sie als Inhaber: 24 Prozent wählen ihre Praxis explizit nach diesem Angebot aus. Wer also keinen digitalen Kanal hat, verliert messbar Patienten an die Praxis nebenan, die ihn anbietet. Das ist keine Marketingbehauptung, sondern eine schlichte Verschiebung der Erwartung.

Balkendiagramm zur Patientenadoption von Online-Terminbuchung in deutschen Arztpraxen 2024 laut Ärztekammer Nordrhein
36 Prozent der Patienten nutzen Online-Terminbuchung, 24 Prozent wählen ihre Praxis gezielt danach aus. Quelle: Ärztekammer Nordrhein 2024.

Hinter der Zahl steckt ein einfaches Verhalten. Patienten googeln nach einer Sprechstunde, sie wollen nicht in der Warteschleife sitzen, und sie buchen Termine inzwischen selbstverständlich genauso wie Restaurantreservierungen. Wer berufstätig ist, hat zwischen acht und zehn Uhr keine ruhige Minute zum Anrufen, also passiert die Terminvereinbarung abends auf der Couch oder mittags in der Pause. Eine Praxis, die das nicht ermöglicht, signalisiert ungewollt: Wir haben uns auf den heutigen Alltag nicht eingestellt.

Auf der anderen Seite des Tresens entlastet jeder online ausgefüllte Anfragetext die MFA. Statt sieben Telefonate über Erkältungssymptome anzunehmen, taucht morgens eine strukturierte Liste mit sieben Anliegen im Postfach auf. Die MFA ruft gezielt zurück, sortiert nach Dringlichkeit, ohne unterbrochen zu werden. Das ist kein technisches, sondern ein organisatorisches Argument und genau das, was den Unterschied zwischen überlastetem Empfang und ruhigem Ablauf ausmacht.

Illustration einer Arztpraxis mit ruhigem Empfangstresen und einer entspannten MFA, während im Hintergrund ein Bildschirm strukturierte Online-Anfragen anzeigt
Online-Anfragen entlasten den Praxisempfang messbar.

Wer in einer ländlichen Region wie Mecklenburg-Vorpommern arbeitet, kennt zudem das Phänomen Patientenwanderung. Wenn die nächste Hausarztpraxis in Stralsund eine Online-Anfrage anbietet und Sie nicht, dann verlieren Sie nicht nur Komfort-Patienten, sondern auch jene, die mit Vollzeitjob und Kindern keine Zeit für Telefonmarathons haben. Die Frage ist also nicht mehr, ob Sie Online-Terminbuchung brauchen, sondern in welcher Form Sie sie umsetzen, ohne sich an einen teuren Drittanbieter zu binden.

Doctolib, Jameda und Co.: Was die großen Portale Praxen wirklich kosten

Doctolib ist in Deutschland praktisch synonym mit Online-Terminbuchung geworden. Das hat ein gut funktionierendes Produkt, aber auch einen Preis. Laut der aktuellen Tarifübersicht von nestler-creation.de startet das Patientenmanagement Light bei rund 139 Euro pro Behandler und Monat, das Standardpaket liegt bei 229 Euro, das Behandlungsmanagement bei 299 Euro und die All-in-One-Variante bei 475 Euro. Hinzu kommen Einrichtungsgebühren ab 399 Euro und eine Vertragslaufzeit von zwölf bis vierundzwanzig Monaten. Für eine Einzelpraxis im Standardtarif sind das über zwei Jahre rund 5.500 Euro reine Lizenzkosten, exklusive Einrichtung.

Marktcheck des Verbraucherzentrale-Bundesverbands

Der vzbv hat 2024 stichprobenartig 65 Termine bei Doctolib und Jameda prüfen lassen. Weniger als die Hälfte, nämlich 29, war tatsächlich geeignet. In knapp einem Fünftel der Suchergebnisse wurden Praxen gelistet, bei denen überhaupt keine Termine verfügbar waren. Das LG Berlin hat zudem geurteilt, dass Doctolib bei der Filterung gesetzlich versus privat versichert nicht zuverlässig arbeitet.

Datenfluss bei Online-Terminbuchung

Was passiert mit Patientendaten, Drittanbieter wie Doctolib gegenüber einer eigenen Anfrage-Strecke auf Ihrer Praxis-Website.

Doctolib · Drittanbieter

Daten verlassen die Praxis

  • Patient → Doctolib-Server (AWS / Azure)Daten verlassen die Praxis-Infrastruktur.
  • Tracking: Sentry, Datadog, BrazeAnalyse-Tools erhalten Nutzungsdaten.
  • KI-Trainings-Einwilligung seit Februar 2025Patienten-Gesundheitsdaten für KI-Modelle.
  • Vertragsverhältnis Patient ↔ DoctolibPraxis haftet dennoch als Verantwortliche.
  • AVV mit Drittanbieter Pflicht (Art. 28 DSGVO)Zusätzlicher Prüf- und Dokumentationsaufwand.
Eigene Strecke · Praxis-Website

Daten bleiben in Ihrer Hand

  • Patient → Praxis-Server (eigene Domain)Daten bleiben in der Praxis-Infrastruktur.
  • Kein externes TrackingKeine Drittanbieter-Analyse-Tools aktiv.
  • Keine KI-Trainings-KlauselGesundheitsdaten nur für Terminkoordination.
  • Vertragsverhältnis Patient ↔ PraxisKein Dritter im Vertragsverhältnis.
  • Kein externer AVV nötigDatenschutz liegt vollständig bei der Praxis.

Quellen: kuketz-blog.de (Doctolib-Analyse), meyer-koering.de (DSK-Positionspapier Juni 2025).

Jameda funktioniert nach ähnlichem Muster, ist aber zusätzlich Bewertungsplattform mit allen bekannten Konflikten zwischen Sichtbarkeit und Praxisruf. Beide Anbieter haben unbestritten ihre Berechtigung für Praxen, die ihre komplette Terminorganisation outsourcen wollen. Aber wer nur eine geordnete Online-Anfrage von Patienten braucht, zahlt bei diesen Plattformen Funktionen mit, die er nie nutzt, und gibt dafür Datenhoheit ab.

Die eigene Buchungsstrecke: Termin-Anfrage direkt auf Ihrer Praxis-Website

Eine eigene Buchungsstrecke ist nichts anderes als eine strukturierte Anfrage-Strecke, die direkt auf Ihrer Praxis-Website läuft. Patienten landen über Ihre Domain, sehen Ihr Logo, füllen ein paar geführte Schritte aus und schicken die Anfrage ab. Der Datenfluss bleibt zwischen Ihnen und dem Patienten, ohne Umweg über einen Drittanbieter-Server. Genau das ist der Unterschied zu einer Plattform-Lösung: Sie behalten die volle Kontrolle über jeden Datensatz und jede Konfiguration.

Wichtig zu verstehen: Eine eigene Buchungsstrecke ist in der Regel keine Echtzeit-Slot-Buchung, bei der Patienten direkt einen freien Slot in Ihrem Kalender belegen. Das geht ohne Anbindung an Ihre Praxissoftware nicht zuverlässig, und genau diese Anbindungen sind der heikelste Punkt der gesamten Diskussion. Was eine eigene Strecke aber sehr wohl leistet, ist eine vollständige Vor-Aufnahme: Anliegen, Patientendaten, Wunschzeitfenster, Versicherung, Kontakt und DSGVO-Einwilligung in einem strukturierten Datensatz, den die MFA in Sekunden sichten und einordnen kann.

Der entscheidende Wechsel der Perspektive

Statt Patienten einen Slot reservieren zu lassen, lassen Sie sie eine vollständige Anfrage stellen. Das spart Ihnen das technische Problem der Praxissoftware-Anbindung und liefert Ihnen trotzdem alle Informationen, die Sie sonst mühsam am Telefon zusammensuchen müssten. Die MFA bleibt im Lead, der Patient erhält Sicherheit über den Eingang seiner Anfrage.

Der psychologische Effekt für Patienten ist erstaunlich groß. Wer eine Bestätigungsmail mit Referenznummer bekommt und liest, dass die MFA sich innerhalb von vierundzwanzig Stunden meldet, hört auf, nervös anzurufen. Die meisten Praxen, die so umstellen, berichten von einem deutlich entspannten Telefonklima nach wenigen Wochen. Sie merken auch, dass die Qualität der Erstkontakte steigt, weil Patienten ihre Beschwerde zu Hause in Ruhe formulieren statt unter Zeitdruck am Empfang.

So funktioniert die Smart Termin-Anfrage in der Praxis

Die Smart Termin-Anfrage von beluMedia ist ein mehrstufiges Formular, das den Patienten geführt durch sechs kurze Schritte führt. Die Reihenfolge ist bewusst so gebaut, dass schnell entschieden wird, worum es geht, und erst danach die passenden Detailfelder erscheinen. So bleibt jeder Schritt übersichtlich, und niemand muss zwanzig Felder für einen Folgetermin ausfüllen.

  1. Anliegen wählen

    Patient klickt eine Kachel: Neupatient, Folgetermin, akute Beschwerde, Kontrolle, Privatleistung, Rezept oder Überweisung. Welche Kategorien angeboten werden, definiert die Praxis selbst.

  2. Dynamische Detailfelder

    Je nach Anliegen erscheinen passende Felder. Neupatient sieht Stammdaten plus Versicherungsart und optionalen Überweisung-Upload, Folgetermin nur Geburtsdatum und letzten Termin, akute Beschwerde eine Kurzbeschreibung mit Dringlichkeit.

  3. Wunschzeitfenster

    Patient gibt ein grobes Zeitfenster an, etwa Dienstag- oder Donnerstagvormittag, oder bevorzugte Wochentage. Kein Slot wird hier reserviert, das bleibt der MFA vorbehalten.

  4. Kontakt und Rückruf-Wunsch

    Name, E-Mail, Mobilnummer für Rückfragen, optional Wunschzeit für den Rückruf der MFA. Auf Wunsch lässt sich auch ein Wunscharzt oder eine Wunschsprechstunde auswählen.

  5. DSGVO-Einwilligung und Absenden

    Klare Einwilligung nach Art. 9 DSGVO für die Verarbeitung der Gesundheitsdaten innerhalb der Praxis. Anschließend wird die Anfrage als strukturierte E-Mail oder Push-Nachricht an die MFA zugestellt.

  6. Auto-Bestätigung an den Patienten

    Patient erhält sofort eine Bestätigung mit Referenznummer und der klaren Aussage: Ihre Anfrage ist eingegangen, die Praxis meldet sich innerhalb von vierundzwanzig Stunden zur Terminbestätigung.

Im Hintergrund laufen mehrere Dinge mit, die der Patient nicht sieht. Ein Honeypot-Feld blockiert automatisierte Spambots, eine Doppel-Anfrage-Erkennung verhindert, dass dieselben Daten zweimal innerhalb von vierundzwanzig Stunden eingehen, und alle Datei-Uploads (etwa eine Überweisung als PDF) werden verschlüsselt übertragen. Sie als Inhaber bekommen also nicht nur ein Formular, sondern eine Anfragen-Pipeline, die sauber dokumentiert und nachvollziehbar ist.

Auf Wunsch lässt sich die Strecke um eine praxis-spezifische Ärzte- oder Sprechstundenauswahl ergänzen. Ein Hausarzt mit drei Behandlern kann Patienten so direkt zum Wunscharzt routen, ohne dass die MFA dies manuell entscheiden muss. Auch die Antworttexte, Pflichtfelder und Einwilligungen lassen sich exakt auf die Praxis anpassen, denn jede Praxis hat andere Abläufe und andere rechtliche Hinweise.

Illustration einer sechsstufigen Online-Buchungsstrecke für eine Arztpraxis mit klar nummerierten Schritten von Anliegenwahl bis zur automatischen Bestätigung
Die Anfrage entsteht in sechs geführten Schritten.

Wir können solche Anfrage-Tools individuell für jede Praxis designen und programmieren. Damit Sie einen echten Eindruck bekommen, wie unterschiedlich sich dasselbe Funktions-Set anfühlen kann, zeigen wir Ihnen hier zwei vollständig aufgebaute Beispiele mit identischen Feldern und Schritten, einmal als Chat-Dialog, einmal als klassisches Schritt-Formular. Beide haben denselben Kern, bieten Ihrer Praxis aber ein komplett anderes Nutzererlebnis.

Der Chat-Stil führt den Patienten wie in einem Gespräch durch die Anfrage. Eine Frage pro Schritt, keine überladene Seite, die nächste Frage erscheint erst nach der Antwort. Das fühlt sich niederschwellig an und senkt die Abbruchrate, besonders auf dem Smartphone, wo über 70 Prozent des Praxis-Suchverkehrs stattfindet. Der Nachteil: Wer am PC sitzt und schnell tippen möchte, sieht weniger auf einen Blick und empfindet die geführte Schritt-für-Schritt-Logik möglicherweise als langsam.

Das klassische Formular zeigt links alle fünf Schritte auf einen Blick, Tastatur-Nutzer springen zügig durch die Felder und haben den gesamten Fortschritt im Sichtfeld. Es wirkt strukturierter und professioneller auf den ersten Blick. Wer hingegen nur ein Smartphone hat und nicht viel tippen möchte, findet den Chat-Stil deutlich angenehmer. Viele Praxen kombinieren deshalb beide Wege: Chat auf kleinen Bildschirmen, klassisches Formular ab Tablet und Desktop. Beide Varianten programmieren wir frei, jede Frage, jedes Pflichtfeld und jede Antwort-Option lässt sich an Ihren Praxisalltag anpassen. Sprechen Sie uns an unter diesem Kontaktformular, wenn Sie wissen möchten, welche Variante für Ihre Praxis die richtige ist.

Patient Connect: zwei Tool-Designs zur Auswahl

Dieselbe Anfrage-Logik, einmal als Chat, einmal als Schritt-Formular. Klicken Sie beide Varianten durch.

Was mit der Praxissoftware möglich ist und was nicht

An dieser Stelle wird der Beitrag bewusst ehrlich, denn hier scheitern viele Versprechen anderer Anbieter. Eine direkte Anbindung an Ihre Praxissoftware (PVS), bei der Termine automatisch in den richtigen Kalender geschrieben und Patientenstammdaten direkt eingelesen werden, ist technisch möglich, aber nicht durch beluMedia. Die APIs der großen PVS-Hersteller wie Medatixx, Tomedo, CGM oder t2med sind nicht offen, sie werden nur an akkreditierte Partner herausgegeben.

LösungWas sie kann
x.webtermin (Medatixx)Hausinterne Echtzeit-Slot-Buchung mit Eintragung in Medatixx, Zusatzkosten beim Hersteller, eingeschränktes Design.
arzt-direkt (zollsoft / Tomedo)Buchungsmodul für Tomedo-Anwender, gut integriert, führt Patient durch Zwischenseite.
ClickDoc (CGM)Buchungsplattform der CompuGroup Medical, an Praxissoftware der CGM-Familie gekoppelt.
Drittanbieter-Widget (samedi, termed, Dr. Flex)Einbindung in eigene Website möglich, Auftragsverarbeitungsvertrag mit Anbieter erforderlich, Patient verlässt Daten-technisch die Praxis-Hoheit.
Eigene Smart Termin-Anfrage (beluMedia)Strukturierte Anfrage statt Slot-Buchung, vollständige Datenhoheit, MFA bestätigt manuell, kein PVS-Eintrag automatisch.

Wenn Sie unbedingt eine Echtzeit-Buchung mit automatischer Eintragung in Ihr Medatixx oder Tomedo wollen, ist die saubere Lösung das hauseigene Modul Ihres PVS-Herstellers. Diese Module sind nicht hochinnovativ, aber sie sind technisch konsequent. beluMedia kann diese Module DSGVO-konform in Ihre eigens gebaute Praxis-Website einbinden, sodass das Erscheinungsbild stimmig bleibt. Das ist eine separate Dienstleistung und kein Bestandteil der Smart Termin-Anfrage.

Für die meisten Hausarzt- und Therapiepraxen ist die ehrlichere Antwort aber: Eine vollständige Vor-Aufnahme über die eigene Strecke deckt 80 Prozent des Nutzens ab, ohne die Komplexität einer PVS-Integration. Die MFA trägt den Termin am Ende manuell ein, wie sie es nach jedem Telefonat ohnehin tut, nur dass sie diesmal alle Informationen sauber strukturiert vor sich hat.

DSGVO bei Online-Terminbuchung: Worauf Sie achten müssen

Die Datenschutzkonferenz (DSK) hat im Juni 2025 ein Positionspapier zum Thema Terminmanagement und Online-Terminbuchung veröffentlicht. Seit Juli 2025 brauchen Anbieter Cloud-basierter Systeme für Gesundheitsdaten ein C5-Testat Typ 2 nach Paragraf 393 SGB V. Das gilt für Drittanbieter wie Doctolib oder samedi und ist für die Praxis selbst zumindest insofern relevant, als sie prüfen muss, ob ihr Anbieter dieses Testat vorlegen kann. Bei einer eigens gebauten Anfrage-Strecke auf Ihrer Praxis-Website verarbeiten Sie als Inhaber die Daten selbst, das C5-Testat des Anbieters entfällt damit als Prüfkriterium, weil es keinen externen Anbieter gibt.

Welche Daten sind bei Online-Terminbuchung zulässig

Laut DSK-Positionspapier sind nur folgende Datenfelder zulässig: Name, Geburtsdatum, gewünschter Arzt, Terminart und Kontaktdaten. Eine pauschale Übertragung von Daten aus dem Praxisverwaltungssystem an das Buchungstool ist nicht erlaubt, eine kontextbezogene Datenverarbeitung muss strikt zweckgebunden bleiben.

Bei Drittanbieter-Systemen brauchen Sie zwingend einen Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO mit dem Anbieter. Den müssen Sie nicht nur unterschreiben, sondern aktiv prüfen, denn als Verantwortlicher bleibt die Praxis auch dann in der Haftung, wenn der Anbieter Datenpannen verursacht. Das ist ein juristischer Aufwand, der bei einer eigenen Strecke schlicht entfällt: Sie verarbeiten die Daten in Ihrem eigenen Verantwortungsbereich, ohne externen Dienstleister.

Was bleibt, sind die ohnehin bestehenden Pflichten: Eine ausdrückliche Einwilligung nach Art. 9 DSGVO für Gesundheitsdaten, ein klarer Verarbeitungszweck (Terminkoordination), nachvollziehbare Löschfristen und ein Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten. Hinzu kommen die üblichen technischen Schutzmaßnahmen wie SSL-Verschlüsselung, Zugriffssicherung und im Falle von Datei-Uploads eine sichere Ablage. All das lässt sich bei einer eigenen Strecke vergleichsweise schlank lösen, weil Sie keine fremden Vertragspartner einbinden.

Illustration eines klar dokumentierten DSGVO-Datenflusses zwischen Patient und Arztpraxis mit Aktenordner, Schloss-Symbol und gerichteten Pfeilen ohne Drittanbieter
Klare Datenflusswege erleichtern den DSGVO-Nachweis.

Wenn Sie sich beim Aufbau der Datenschutz-Logik unsicher fühlen, lohnt ein Blick in den DSGVO-Ratgeber für Websites. Dort finden Sie die wichtigsten Bausteine zusammengefasst, die ohnehin auf jeder Praxis-Website gepflegt sein sollten, von der Datenschutzerklärung bis zur Cookie-Steuerung. Die Online-Terminbuchung knüpft dort lediglich an und braucht ein passendes Verarbeitungsverzeichnis sowie die fachlich saubere Einwilligung.

Für wen sich die eigene Buchungsstrecke lohnt und für wen nicht

Eine eigene Anfrage-Strecke ist kein Universalwerkzeug. Sie passt zu Praxen, die ihre Patientenkommunikation in der eigenen Hand behalten wollen, die ein klares Anliegenprofil haben und denen Datenhoheit wichtiger ist als Echtzeit-Kalenderbuchung. Sie passt weniger zu Praxen, die ihre komplette Slot-Verwaltung outsourcen wollen oder die einen sehr hohen Anteil reiner Walk-in-Patienten haben.

Hausarztpraxen mit 400 bis 800 Scheinen pro Quartal profitieren typischerweise stark, weil hier der Telefondruck am höchsten ist und sich die Anliegen klar kategorisieren lassen. Eine Praxis in Stralsund oder Greifswald, die drei MFA beschäftigt und morgens vom Telefon überrollt wird, gewinnt mit einer eigenen Strecke spürbar Ruhe, weil viele Standardanliegen vorab abgewickelt werden können.

Fachärzte mit langen Vorlaufzeiten, etwa Dermatologen oder Orthopäden, profitieren vor allem bei der Neupatientenaufnahme. Statt am Telefon Anamnesedaten mühsam zu erheben, kommt eine vollständige Erstanfrage mit Beschwerdebild, Versicherung und Wunscharzt herein. Die MFA kann den Termin gezielt einplanen und der Erstkontakt im Wartezimmer ist um Minuten effizienter.

Patientin sitzt entspannt mit einem Tablet auf dem Sofa und füllt eine Online-Terminanfrage einer Hausarztpraxis aus
Praxen mit klarem Anliegenprofil profitieren am stärksten.

Therapeuten und Heilpraktiker, die viel mit Erstgesprächen und Anamnese arbeiten, finden in der eigenen Strecke ein Werkzeug, das Erstanfragen vorqualifiziert. Wer ohnehin keinen Vollkalender im Minutentakt führt, sondern eher in Sitzungsblöcken arbeitet, hat keinen Bedarf an Echtzeit-Slot-Buchung und kann die Anfrage ruhig manuell terminieren. Privatpraxen wiederum profitieren von der hohen gestalterischen Freiheit, weil das Anliegenprofil oft sehr individuell ist (etwa Ernährungsberatung, IGeL-Leistungen, Präventionschecks) und Standardportale das nicht abbilden.

Wer dagegen hauptsächlich Walk-in betreibt oder sehr stark vom Bewertungsbutton bei Jameda lebt, sollte sich genau überlegen, ob eine eigene Strecke das Hauptziel ist oder eher eine Ergänzung. Ein gut gepflegtes Google-Unternehmensprofil ist für die lokale Sichtbarkeit oft entscheidender als jede Plattform-Präsenz und lässt sich mit einer eigenen Anfrage-Strecke hervorragend kombinieren.

Wie beluMedia Ihre individuelle Buchungsstrecke umsetzt

Wir bauen die Smart Termin-Anfrage als integralen Bestandteil Ihrer Praxis-Website. Das heißt konkret: Wir entwickeln keine Insel-Lösung, die später irgendwo angeflanscht wird, sondern eine Strecke, die im Look und in der Sprache Ihrer Praxis lebt. Vor der Umsetzung sprechen wir mit Ihnen über Ihre Anliegen-Kategorien, Ihre Sprechstunden-Logik, Ihre Datenschutz-Anforderungen und die organisatorische Frage, wer in der Praxis die eingehenden Anfragen bearbeitet.

Drei Punkte, die wir vorab gemeinsam klären

Erstens: Welche Anliegen-Kategorien spiegeln Ihren Alltag wider und in welcher Reihenfolge sollen sie erscheinen. Zweitens: Welche Pflichtfelder braucht jede Kategorie, damit die MFA ohne Rückfragen weiterarbeiten kann. Drittens: Wie laufen Bestätigung und Erinnerung, über E-Mail, über eine zusätzliche SMS oder über eine interne Push-Nachricht in Ihrer Organisation.

Technisch baut beluMedia auf WordPress mit Bricks Builder, was Ihnen den Vorteil einer lebenslangen Lizenz ohne Monatsabo gibt und es Ihnen erlaubt, redaktionelle Inhalte später selbst zu pflegen. Mehr Hintergrund dazu finden Sie im Beitrag warum wir mit Bricks Builder arbeiten. Die Anfrage-Strecke selbst ist eine eigens entwickelte Komponente, die mit allen üblichen E-Mail-Hostern und Praxismanagement-Workflows zusammenarbeitet.

Wenn Sie das Thema für Ihre Praxis konkret durchdenken möchten, können Sie uns unverbindlich Kontakt aufnehmen. Im ersten Gespräch klären wir, ob die eigene Strecke für Ihren Praxisalltag der richtige Weg ist, und wenn nicht, sagen wir es Ihnen. Es bringt niemandem etwas, eine Lösung zu bauen, die organisatorisch nicht passt. Einen Eindruck unserer Arbeitsweise und unserer bisherigen Projekte gewinnen Sie auch über unsere Referenzen, darunter auch Hausarztpraxen aus Mecklenburg-Vorpommern.

Lassen Sie uns Ihre Buchungsstrecke besprechen

Wir entwickeln gemeinsam mit Ihnen, wie Ihre eigene Termin-Anfrage in Ihrer Praxis funktioniert: Anliegen-Kategorien, Felder, DSGVO-Logik und der saubere Übergang in den MFA-Alltag. Schreiben Sie uns einfach kurz Ihren Bedarf.

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Benjemin Braun

Benjemin Braun

Gründer, beluMedia · Stralsund

Benjemin Braun (Jahrgang 1996) ist Gründer von beluMedia. Schon mit zwölf Jahren baute er seine erste Website. Nach seiner Ausbildung zum Hotelfachmann hat er 2023 seine Leidenschaft zum Beruf gemacht und bietet seitdem professionelles Webdesign an. Aktuell absolviert er ein Fernstudium zum geprüften Webdesigner (ILS). Sein Fokus: Websites, die begeistern und verkaufen.

Häufig gestellte Fragen

Lizenzkosten: Laut der Tarifübersicht von nestler-creation.de startet Doctolib bei 139 Euro pro Behandler und Monat (Patientenmanagement Light), Standard liegt bei 229 Euro, Behandlungsmanagement bei 299 Euro und All-in-One bei 475 Euro. Hinzu kommen Einrichtungsgebühren ab 399 Euro sowie eine Vertragslaufzeit von zwölf bis vierundzwanzig Monaten. Eine Einzelpraxis im Standardtarif zahlt damit über zwei Jahre rund 5.500 Euro reine Lizenzkosten.
DSGVO: Eine eigene Strecke ist sogar oft einfacher DSGVO-konform abzubilden als eine Drittanbieter-Lösung. Es gibt keinen externen Auftragsverarbeiter, keinen zusätzlichen Auftragsverarbeitungsvertrag und kein C5-Testat eines fremden Cloud-Anbieters zu prüfen. Pflicht bleiben: ausdrückliche Einwilligung nach Art. 9 DSGVO für Gesundheitsdaten, klare Zweckbindung, dokumentierte Löschfristen, SSL-Verschlüsselung und ein Eintrag im Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten.
PVS-Anbindung: beluMedia bietet keine direkte API-Kopplung an Praxisverwaltungssysteme, weil diese APIs nicht offen verfügbar sind. Wer Echtzeit-Slot-Buchung mit automatischer Eintragung in Medatixx, Tomedo oder CGM braucht, sollte die hauseigenen Module der Hersteller prüfen, also x.webtermin (Medatixx), arzt-direkt (zollsoft) oder ClickDoc (CGM). beluMedia kann diese Module DSGVO-konform in eine eigens gebaute Praxis-Website einbinden, das ist eine separate Dienstleistung.
Anfrage vs. Slot: Bei einer Slot-Buchung reserviert der Patient einen konkreten Termin direkt im Praxiskalender, das setzt eine API-Anbindung an die Praxissoftware voraus. Bei einer Anfrage-Strecke schickt der Patient eine strukturierte Buchungsanfrage mit Anliegen, Wunschzeit und Kontakt, die MFA bestätigt den Termin manuell und trägt ihn ein. Die Anfrage-Strecke ist organisatorisch flexibler und vermeidet die heiklen Schnittstellen zur Praxissoftware, die in den meisten PVS-Systemen nicht offen sind.
Eigene Strecke: Ja, das geht über eine eigene Anfrage-Strecke direkt auf Ihrer Praxis-Website. Patienten wählen ihr Anliegen, füllen die passenden Felder aus und schicken die Anfrage strukturiert an die MFA. Sie behalten volle Datenhoheit, brauchen keinen Drittanbieter und keinen Auftragsverarbeitungsvertrag mit einer Plattform. Echtzeit-Slot-Buchung ist auf diesem Weg nicht möglich, dafür aber eine vollständige Vor-Aufnahme der Anfrage.
KI-Training: Doctolib hat im Februar 2025 seine Datenschutzbedingungen angepasst und fragt Patienten seitdem aktiv um Einwilligung, Gesundheitsdaten für das Training von KI-Modellen zu nutzen. Betroffen sind laut Auswertung von kuketz-blog.de und netzpolitik.org Suchverlauf, Terminhistorie, hochgeladene Dokumente und medizinische Notizen. Die Einwilligung liegt formal beim Patienten, der Reputationsschaden fällt aber auf die Praxis zurück, sobald sich Patienten beim Inhaber beschweren.
Adoption: Laut einer Umfrage der Ärztekammer Nordrhein im Rheinischen Ärzteblatt (August 2024) nutzen 36 Prozent der Patienten Online-Terminbuchung aktiv. 27 Prozent gehen über Portale wie Doctolib oder Jameda, 22 Prozent buchen direkt über die Praxis-Homepage. Besonders wichtig: 24 Prozent wählen ihre Praxis explizit nach diesem Angebot aus. Wer keinen digitalen Buchungsweg anbietet, verliert messbar Patienten an Praxen, die ihn anbieten.
Zeitrahmen: Der Zeitrahmen hängt davon ab, ob die Anfrage-Strecke in eine bestehende oder neue Praxis-Website integriert wird. Bei einer Bestandsseite reicht meist ein konzentrierter Umsetzungsblock von wenigen Wochen, in dem Anliegen-Kategorien, Felder, DSGVO-Logik und Bestätigungsablauf gemeinsam definiert werden. Wenn die Praxis-Website komplett neu entsteht, läuft die Buchungsstrecke parallel zur Hauptentwicklung mit. Im Erstgespräch klären wir den realistischen Zeitplan für Ihre Praxis.